Johannes Dale-Skjevdal ist der König des IBU Cup-Auftakts in Obertilliach. Er gewann heute nach den beiden Sprintrennen auch die Verfolgung, bei den Damen dominierte die Schwedin Anna-Karin Heijdenberg nach dem gestrigen Sprint auch zum Abschluss. Bei den Herren legte der Tiroler Dominic Unterweger eine tolle Aufholjagd hin und verpasste die Top-Ten knapp.
Die Verfolgungsrennen beendeten heute den IBU Cup in Obertilliach. Bei den Damen entpuppte sich die Schwedin Anna-Karin Heijdenberg als die große Dominatorin in Osttirol. Nach dem Sprintsieg von gestern ging sich heute als Erste in die Loipe. Nach vier Schießen verwies sie nach zwei Fehlern die Norwegerin Frida Dokken, die sich von Rang 14 stark verbesserte, um 13,4 Sekunden auf den zweiten Platz. Dritte wurde die Auftaktsiegerin Paula Botet (FRA). Dahinter reihten sich Juni Arnekleiv (NOR), Emma Nilsson (SWE) und Rebecca Passler (ITA). ein. „Es war fast das pefekte Wochenende für mich mit zwei Siegen und einem fünften Platz. Ich hoffe, das war der Schritt in den Weltcup und mein großes Ziel ist es, dass ich im starken schwedischen Team bei den Olympischen Spielen in Antholz dabei sein werde“, sagte die amtierende Sprint-Europameisterin und Staffel-Weltcupsiegerin Anna-Karin.
Zu viele Schießfehler für ÖSV-Damen
Die Salzburgerin Lea Rothschopf ging heute als Elfte in die 10km-Verfolgung. Leider fing sie sich beim ersten und vierten Schießen je zwei Fehler ein, das bedeutete Rang 19 mit 2:22 Minuten Rückstand. „Der Sprint am Donnerstag ging voll in die Hose, da war ich zu nervös. Gestern beim zweiten Sprint lief es viel besser, heute waren leider zu viele Fehler dabei. Aber die Formkurve zeigt nach oben. Wir können vorne dabei sein, wenn’s am Schießstand besser funktioniert“, sagte die Salzburgerin Rothschopf, die vor zwei Jahren Junioreneuropameisterin im Einzel wurde. Die Kitzbühelerin Lara Wagner, beim ersten Sprint noch Neunte, haderte auch am Schießstand, fing sich ebenso vier Fehler ein und wurde 21. Dahinter folgten Tamara Steiner mit zwei Fehlern als 37. und Julia Leitinger beendete das Rennen nach fünf Fehlern als 43.
Johannes Dale-Skjevdal eine Nummer für sich
Der 28-jährige Norweger Johannes Dale-Skjevdal war beim IBU Cup in Obertilliach eine Klasse für sich. Bei der 12,5 Kilometer langen Verfolgung startete der zehnfache Weltcupsieger mit 13,2 Sekunden vor dem Franzosen Valentin Lejeune. Doch nach zwei fehlerlosen Schießen lag er schon über eine Minute voran. Da konnte er sich bei den letzten beiden Schießeinlagen jeweils noch einen Fehler leisten. Er siegte mit 31 Sekunden vor Valentin Lejeune (FRA) und 49,7 Sekunden vor dessen Landsmann Oscar Lambardot. „Drei Siege bei drei Rennen, das ist unglaublich. Ich bin jetzt so motiviert für den Weltup. Hier in Österreich habe ich bewiesen, dass ich dort hingehöre“, freute sich Dale, der die IBU Gesamtwertung natürlich ebenso wie Heijdenberg bei den Damen überlegen anführt.
Dominic Unterweger mit tollem Abschluss
Eine tolle Aufholjagd legte der 26-jährige Dominic Unterweger, der beim ersten Sprint bereits Achter wurde, hin: Er ging als 24. ins Rennen und schob sich nach anfänglichen Problemen mit einem dritten fehlerlosen Schießen in die Top-Ten! Leider passierte ihm beim vierten Schießen ein Fehler, wodurch er als Dreizehnter nur knapp die Top-Ten verpasste: „Das verflixte letzte Schießen. Aber ich habe mich heute von Beginn an super gefühlt. Leider ging mir in der letzten Runde dann etwas die Kraft aus. Aber mit dem IBU Cup in Obertilliach mit Top-10 und Top-15 bin ich mehr als happy.“ Auch Lukas Haslinger verbesserte sich mit nur zwei Fehlschlüssen von Rang 34 auf 23., Thomas Marchl beendete die Verfolgung mit vier Fehlern als 34.
Positive Bilanz nach IBU Cup in Osttirol – Olympiavorbereitungen in Obertilliach
Sowohl OK-Chef Andreas Altenweisl als auch Matthias Scherer, Bürgermeister und Geschäftsführer des Biathlonzentrums, zogen eine positive Bilanz nach dem IBU Cup-Auftakt in Obertilliach: „Wir haben durchwegs positives Feedback von der IBU, den Sportler:innen und Betreuern bekommen. Ein großes Danke auch an die rund 130 Mitarbeiter:innen, ohne die so ein Event nicht möglich wäre. Es waren auch viele OK-Chefs von Weltcuporten, wie aus Deutschland oder Frankreich, zum Erfahrungsaustausch hier.“ Biathlon in Osttirol ist eine Erfolgsgeschichte, das zieht sich auch über die nächsten Jahre: 2026 wird der IBU Cup von 15. bis 20. Dezember stattfinden, danach gastiert zum ersten Mal die Europameisterschaft von 25. bis 30. Jänner 2028 in Osttirol. Und auch die Olympischen Spiele in Italien werfen ihre Schatten voraus, ergänzt TVB-Obmann Franz Theurl: „Denn viele Nationen – wie Österreich, Slowenien, Kanada, Belgien und Schweden – schlagen ihre Trainingszelte in Obertilliach auf.“


